Antiparasitikum Bravecto®

Bravecto ® – Kautablette mit neurologischen Nebenwirkungen

Bravecto® ist ein von der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassenes Tierarzneimittel und auch in Deutschland verkehrsfähig. Es ist seit 2014 als Kautablette für den Hund und nun auch als Spot-on für Hund und Katze auf dem Markt (und für Hühner unter dem Namen Exolt®).
Der Wirkstoff Fluranaler gehört zu den Isoxazolinen,  einer Wirkstoffgruppe, die in den 2010ern als wirksame Antiparasitika gegen Flöhe und Zecken entdeckt wurden. Isoxazoline gehören zu den systemischen Antiparasitika und werden vom Parasiten mit dem  Blut des Wirtes aufgenommen.
Die Wirkstoffe der Präparate Nexgard® – Merial, Bravecto® – MSD, Simparica® – Zoetis und Credelio®  -Elanco sind Isoxazoline.

Zitat aus der BVL-Fachmeldung vom Februar 2017 die Kautablette betreffend:

…….Wirkstoff Fluralaner. Diese Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Isoxazoline hat insektizide und akarizide Wirkungen. Diese beruhen auf der Blockierung von GABA- und L-Glutamat-gesteuerten Chloridionenkanälen, wodurch innerhalb von 24h der Tod der Insekten oder Spinnentiere herbeigeführt wird (1). Laut Gebrauchsinformation wirkt Bravecto® 12 Wochen gegen Flöhe und Zecken (2). In der Fachinformation werden als mögliche Nebenwirkungen ausschließlich gastrointestinale Effekte beschrieben. In Deutschland und ebenso in anderen EU-Mitgliedsländern sind seit Markteinführung Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen zu Bravecto® eingegangen, die über teilweise schwere neurologische Symptome wie z.B. Zittern, Ataxie, Krampfanfälle, Epilepsie berichten. Dies wurde bereits durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in der Märzausgabe des Deutschen Tierärzteblatts 2015 veröffentlicht (3).

Und hier die Folgemeldung vom BVL vom August 2017:

Nach Beurteilung und Beratung im Ausschuss für Tierarzneimittel (CVMP) der Europäischen Arzneimittelagentur wurde folgender Beschluss gefasst: In der Fachinformation von Bravecto Kautabletten wird im Abschnitt „Nebenwirkungen“ der Passus „In sehr seltenen Fällen wurde in spontanen (Pharmakovigilanz) Berichten von Krämpfen und Lethargie berichtet.“ („sehr selten“ = weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallberichte) eingefügt. Zusätzlich wird im Abschnitt „Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Zieltierart“ der Hinweis „Bei Hunden mit bekannter Epilepsie mit Vorsicht anwenden.“ ergänzt. Die Fachinformation des Tierarzneimittels muss innerhalb von sechs Monaten angepasst werden……

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