Arzneiprüfung

Arzneiprüfung – auch ein Thema für Praktiker?

Ist die Beschäftigung mit Theorie und Philosophie der homöopathischen Arzneiprüfung nur für prüfende Homöopathen sinnvoll und wichtig und für Homöopathen die sich in die Philosophie der Homöopathie einarbeiten möchten? Oder auch für Praktiker auf der Suche nach dem passenden Mittel für ihre Patienten?

Auf der Umschlagseite eines Buches von Dr. Paul Herscu findet sich die Aussage, dass es essentiell wichtig ist, ein grundlegendes Verständnis von Arzneimittelprüfungen zu besitzen, um über das Verständnis der Mechanismen und der Philosophie hinter den Arzneiprüfungen das Verständnis der Homöopathie und der Arbeit mit den Patienten zu erweitern.

Wie kann das angehen, sind die Arzneiprüfungen nicht nur dafür da, uns Arzneisymptome zu liefern und so einen erfolgreichen Abgleich zwischen Arznei- und Patientensymptomen zu ermöglichen? Oder steckt da tatsächlich mehr dahinter? Sollte man sich als Therapeut tatsächlich mit der vermeintlich trockenen Theorie der Prüfungen auseinandersetzen?

Arzneiprüfung und therapeutischer Arzneieinsatz entsprechen sich

Beschäftigt man sich mit dem Thema Arzneiprüfung stellt man schnell fest, dass das Prinzip der Prüfung dem der Medikation entspricht. Prüfung und Therapie, Prüfer und Patient, Kunstkrankheit und geheilte Krankheit entsprechen sich. Das ist das Ähnlichkeitsprinzip.

Die Prüfung ist die Verabreichung eines Mittels an einen fast Gesunden (oder -anders ausgedrückt- einen wenig Kranken). Den gesunden Prüfer gibt es nämlich genauso wenig wie die absolute Gesundheit und jeder Prüfer geht mit Veranlagungen und Symptomen in die Prüfung. Im Grunde unterscheiden sich Prüfer und Patient nur durch den Krankheitsgrad. In der Prüfung zeigen sich neben den eigentlichen Prüfungssymptomen auch therapeutische Effekte, also Symptomenveränderungen. In der Praxis wird das Mittel am Kranken “geprüft”. Dabei kann es neben den Symptomenveränderungen auch zum Auftreten von Prüfungssymptomen kommen. Das durch die Substanz ausgelöste Symptom geht in die Arzneilehre ebenso ein wie das durch die Arznei beeinflußte/geheilte Symptom.

Die Regeln für Prüfung und therapeutischen Einsatz entsprechen sich

Alle Vorgaben für die Durchführung einer erfolgreichen Prüfung gelten auch für eine erfolgreiche Therapie. Die Regeln und die Probleme entsprechen sich. Die Beurteilung der Symptomatik nach Verabreichung der Prüfsubstanz entspricht vollkommen der Beurteilung des Behandlungserfolges nach Verabreichung einer Arznei an einen Kranken. Die Probleme der Zuordnung, was zur Arznei gehört, was zur Krankheit, was auf andere Einflußfaktoren zurückzuführen ist, entsprechen sich in Prüfung und Therapie.

Ein umfangreiches Regelwerk für die Durchführung von Arzneiprüfungen finden wir im Organon.

Fazit:

Die eingangs zitierte Aussage von Paul Herscu trifft tatsächlich zu:
Versteht man die Mechanismen und die Philosophie hinter den Arzneiprüfungen, erweitert dies auch das Verständnis der Homöopathie und der Arbeit mit den Patienten.

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