Pferdefütterung 1

Onlinekurs Pferdefütterung 1

Behandelt werden die Ernährungsbedürfnisse des Steppentieres Pferd, die Anforderungen an die Nährstoffversorgung und das Fütterungsmanagement:

Ernährungsphysiologische Grundlagen der Fütterung, Aufbau der Nährstoffe Kohlenhydrate/Fette/Proteine, Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes mit den pferdespezifischen Besonderheiten, die Aufnahme der Nähr- und Wirkstoffe in den Körper, die Beeinflussung von Verdauung und Resorption durch die Nahrungszusammensetzung und die Verwertung im Stoffwechsel.

Die Bedeutung der Rohfaser in der Pferdefütterung, die mikrobielle Verdauung, Dysbiose, caecale Azidose, PEQ, Fütterungsmanagement und die Bedarfskalkulation für Erhaltung und unterschiedliche Leistungen werden besprochen.

Skript 75 Seiten, Tests mit insgesamt 140 Kontrollfragen
Kursdauer 3 Wochen, anzurechnende Stunden 24

Das Inhaltsverzeichnis zum Skript

1  Bauprinzip und Stoffwechsel lebender Organismen
1.1  Die Zelle als Zentrum des Stoffwechsels
1.2  Am Anfang der Nahrungskette steht die Photosynthese
1.3  Zusätzliche Aufbauleistungen der Pflanzen

2  Nährstoffe: Protein = Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett

3  Verdauung und Resorption
3.1.  Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes
3.1.1  Vorderdarm
3.1.2   Mikrobielle Verdauung
3.1.3   Dünndarm
3.1.4   Dickdarm
3.2   Dysbiosen
3.3   Mikroorganismen als Vitaminlieferanten
3.4   Scheinbare und wahre Verdaulichkeit
3.5   Regulation der Futteraufnahme
3.6   Osmotische Wirkung von Nahrungsbestandteilen

4   Verwertung der Nähr- und Wirkstoffe im Stoffwechsel: Energiewechsel, Eiweißstoffwechsel, Nukleinsäuren, Vitamine, Minerale

5   Anforderungen an Fütterung und Rationsgestaltung
5.1   Fütterungsmanagement
5.1.1   Relation Rauhfutter/Kraftfutter
5.1.2   Fütterungsfrequenz
5.1.3   Reihenfolge der Futtermittel
5.1.4   Fresszeit, Futteraufnahmedauer
5.1.5   Probleme in der Praxis
5.2   Bedarf in Zahlen
5.2.1   Rohfaser, Trockenmasse und Wasser
5.2.2   Energie und Protein
5.2.3   Kalkulation der Arbeitsbeanspruchung
5.2.4   Trächtigkeit – Laktation – Aufzucht
5.2.5   Senioren
5.2.6   Vitamine und Mineralstoffe
5.2.6.1  Vitamine
5.2.6.2  Mineralstoffe
5.2.6.3  Spurenelemente
5.2.6.4  Kritische Versorgung nach Organsystemen

Leseprobe

Glukosestoffwechsel

Um den Körperzellen immer schnell Energie bereitstellen zu können, wird der Blutzuckerspiegel – also der Gehalt des Blutes an Glukose – relativ konstant gehalten, egal ob die letzte Mahlzeit 1 oder 6 Stunden zurückliegt. Dafür gibt es Sensoren, die Hormonausschüttungen ins Blut auslösen. Die entsprechenden Hormone sorgen dann dafür, dass die Überschüsse abgezogen werden bzw. im Mangel Glukose nachgeliefert wird. Wie geschieht das? Im Überschuss sorgt das Hormon Insulin, das von bestimmten Zellgruppen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird (den Langerhans’schen Inseln) zunächst dafür, dass die Glukose in die Zellen eingeschleust wird, um dort verbrannt zu werden zur Energieausbeutung. Insulin fördert auch die Glykogensynthese. Glykogen ist die Speicherform der Glukose im tierischen Organismus, so wie die Stärke die Speicherform im pflanzlichen Organismus ist. Man nennt Glykogen daher auch die tierische Stärke oder Leberstärke. Glykogen ist das einzige tierische Polysaccharid, das man sich merken muss. Für die Ernährung ist das Glykogen nicht so wichtig, da es mengenmäßig im tierischen Organismus keine so große Rolle spielt. Für die schnelle Energieversorgung des Körpers hat es aber eine große Bedeutung. Es wird in Leber und Muskulatur gespeichert. Steht der Körper unter Stress oder körperlicher Belastung, ohne dass ihm ausreichend Nahrung zugeführt wird, oder sinkt der Blutzuckerspiegel zwischen 2 Mahlzeiten zu stark ab, wird aus dem Glykogen Glukose freigesetzt. Für den Glykogen-Abbau zuständig ist das Hormon Glukagon das ebenfalls von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es sorgt (bei erniedrigtem Blutzuckerspiegel ausgeschüttet) dafür, dass die Glukose aus dem Glykogen wieder freigesetzt wird und hebt so den Blutzuckerspiegel an.

Nach der Verdauung gelangt die Glukose aus der Stärke unterschiedlich schnell in die Blutbahn. Monosaccharide aus Rohrzucker passieren 1-2 Std. nach Aufnahme die Darmschranke. Glukose aus Stärke braucht etwas länger. Insgesamt ein rascher, stoßweiser Energieschub. Aus Cellulose oder ähnlichen Kohlenhydraten (aus Rauhfutter) steht die Energie in Form von Essigsäure erst 4-6 Std. nach der Futteraufnahme zur Verfügung – ein langsames, kontinuierliches Energieangebot, das gerade bei Ausdauerleistungen wichtig ist. Eine ausgewogene Ration sichert durch das richtige Verhältnis von Rauh- zu Kraftfutter eine gleichmäßige Energieversorgung bei lang andauernder Belastung.

Der mittlere Blutzuckerspiegel beim Pferd liegt bei 500-700 mg/l Plasma, er ist weniger straff reguliert als bei anderen Spezies. Nach dem Fressen leicht verdaulicher Kohlenhydrate (Kraftfutter) steigt er innerhalb von 1-3 Std auf bis zu 1000 mg/l an, um nach 4-5 Std. wieder den Ausgangswert erreicht zu haben. Pferde, die daran nicht gewöhnt sind, können überkompensieren und in einen hypoglykämischen Zustand kommen.
Als Maß für den Einfluss, den ein Futtermittel auf den Blutzuckerspiegel hat, dient der Glykämische Index (GI) oder Glyx. Je höher der Wert ist, desto höher steigt der Blutzuckerspiegel nach Verzehr der (isolierten) Stärke dieses Futtermittels an.
Der GI hat seine Tücken. Er hängt nicht nur von der Art der Stärke sondern auch von ihrer Zubereitung und der Zusammensetzung der Gesamtmahlzeit ab. Je besser verdaulich die Stärke durch Zerkleinern, Hitzebehandlung mit/ohne Wasser gemacht wurde, umso stärker der Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit. Der GI vergleicht den Anstieg des Blutzuckers nach der Aufnahme einer best. Kohlenhydratmenge aus dem betreffenden Lebens-/Futtermittel ohne einen Bezug zur realistischen Aufnahmemenge/Portion/Mahlzeit.
Erst die glykämische Last stellt diesen Bezug her: Sie ist das Produkt des GI und der Kohlenhydratmenge (in Gramm) pro Portion eines Lebens/Futtermittels. Ein Futtermittel kann einen sehr hohen glykämischen Index und eine sehr geringe glykämische Last haben – wenn es nämlich wenig Stärke enthält. Der GI wird durch die Insulinausschüttung und die Verarbeitung beeinflusst. Rohfasern senken ihn anscheinend nur im natürlichen Verbund, sie verzögern den Blutzuckeranstieg. Fett fördert die Insulinausschüttung und senkt so den GI.

Sie möchten sich zum Kurs Pferdefütterung I anmelden?

Benutzen Sie das folgende Anmeldeformular und schauen Sie in Ihr Postfach! Anmeldebestätigung und Rechnung gehen Ihnen per Email zu.

Hiermit melde ich mich zum Onlinekurs 'Pferdefütterung I' (Kursgebühr 119€) an.

Anrede (Pflichtfeld)

Ihr Name (Pflichtfeld)

Ihr Vorname (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Datenschutzerklärung habe ich Kenntnis genommen.