Akute Infektionskrankheiten

Onlinekurs Akute Infektionskrankheiten

Allgemeines zur Seuchenlehre, von Mensch auf Tier und umgekehrt übertragbare Krankheiten, Erregerähnlichkeiten,  Erregerfamilien, Entwicklung der Infektionskrankheiten, spezielle Tier-Infektionskrankheiten (insbesondere von  Hund und  Katze) mit Therapieoptionen, Impfungen, miasmatischer Einschätzung. Einsatz von Nosoden – wann ist er sinnvoll, wann kontraindiziert, Einsatz von Akutmitteln oder Genus-Epidemicus-Mitteln bei akuten epidemischen Infektionen, chronische Weiterbehandlung unter Berücksichtigung der Hahnemannschen Miasmentheorie.

Hund: Staupe, Leptospirose, Zwingerhusten, Parvovirose, HCC, Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose

Katze: Parasitäre Erkrankungen, Panleukopenie, FIP, Leukose/Leukämie, Katzenaids, Katzenschnufen

Der Kurs ergänzt die Kurse Klassische Miasmatik und Vakzinosis.

Aus dem Kapitel Seuchenlehre:

Es gibt ein deutsches  Infektionsschutzgesetz (IfSG), in dem Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten des Menschen geregelt sind.  Die entsprechenden Regelungen für die Infektionskrankheiten der Tiere finden sich im Tierseuchengesetz. Infektionskrankheiten, die unter die Regelungen dieser Gesetze fallen, sind meldepflichtig (beim Gesundheitsamt bzw. anzeige- oder meldepflichtig beim Veterinäramt). Es gibt genaue Regelungen, was wie  behandelt werden darf und was nicht und wer was melden oder anzeigen muss.  Neben den nationalen Regelungen gelten auch die Regelungen der EU.  Mögliche Maßnahmen zur Ausbreitungskontrolle: Quarantäne, Verkehrsbeschränkung, Stallpflicht, Desinfektionsmaßnahmen, Impfungen, Tierkörperbeseitigung, Keulung von infizierten, infektionsgefährdeten und auch nur prinzipiell empfänglichen Tieren. Einige Maßnahmen sind durchaus umstritten: Meldepflicht der für Mensch und Tier harmlose  Erkrankungen, Impfverbot für ungefährliche Seuchen aber Impfprogramm für Tollwut. Alle Maßnahmen muss man aber immer auch im Kontext des weltweiten Handels mit Tieren und Tierprodukten sehen. Was die Verbreitung von gefährlichen Seuchen in Europa erfolgreich verhindert, verhindert eben auch Erregerkontakte und Antikörperbildung als natürlichen Schutz gegen Infektionen. Europäische Tierpopulationen stehen dem Einschleppen von Erregern aus Asien und Afrika (wo viele  Seuchen noch grassieren) schutzlos gegenüber. Die Erreger treffen hier auf eine voll empfängliche Population, was zu schweren Krankheitsbildern mit großen Verlusten führt. Das gilt natürlich für den Menschen durchaus entsprechend.

Viele Tierseuchen sind für den Menschen vollkommen ungefährlich und befallen nur wenige Tierarten – was aber  nichts  über den potentiellen wirtschaftlichen Schaden aussagt, den sie anrichten.

Jeder Erreger fühlt sich irgendwo besonders zuhause – in seiner ökologischen Nische.  Dort sammeln sich die Erreger, vermehren sich und  starten von dort die Infektion ihrer potentiellen Wirte. Man spricht vom Erregerreservoir und das kann der Mensch oder das Tier (= Reservoirwirt) oder ein Biotop sein.

Erregerreservoir Mensch/Tier: Erkrankte, asymptomatisch Infizierte und in Ausheilung Begriffene. Es gibt asymptomatische Besiedelungen (z. B. des Nasen-Rachenraumes mit virulenten Erregern, ohne dass der Betroffene erkrankt) und  Dauerausscheider (z. B. von Salmonellen) als Infektionsquelle. Und es gibt potentielle Krankheitserreger, die überall vorkommen und erst bei Überhandnahme – z.B. bei geschwächtem Immunsystem – Krankheiten verursachen.
Erreger, die weder auf den Menschen noch auf Tiere als Reservoir angewiesen sind, finden wir z.B. in Gewässern oder Klimaanlagen. Die Erregerübertragung (der Infektionsweg) kann direkt von Individuum zu Individuum, mit oder ohne Zwischenwirt, per Luft oder direkten Kontakt oder auch über Vektoren (Nahrung, Wasser) erfolgen.

Alles in der Natur ist sinnvoll geordnet. Auch Bakterien, Viren und Parasiten wollen überleben, sich vermehren und das ist auch gut so. Nehmen doch viele potentielle Krankheitserreger im Darm und auf der Haut physiologischerweise wichtige Aufgaben wahr und allein ihr Gleichgewicht untereinander  und der Ort ihrer Ansiedlung  entscheiden über gut oder schlecht, gesund oder krank. Bakterien, Viren und Parasiten  reagieren auf ihre Umwelt, sind zu Anpassungsvorgängen befähigt. Das führt dazu, dass sie gegen Desinfektionsmittel und Antibiotika resistent werden können und bei für sie misslichen Lebensbedingungen (z.B. Attacken des Immunsystems) Überlebensstrategien entwickeln  können, die für infizierte Individuen lebensbedrohlich werden, da die üblichen Medikamente/Impfungen nicht mehr wirken.

Aber auch die Population des Wirtes will überleben und entwickelt Strategien, um Infektionen einzudämmen: Anpassung des Immunsystems, Immunität und auch Sterben des Einzelnen vor Verbreitung des Erregers gehören zu diesen Maßnahmen.

Die erfolgreiche Bekämpfung eines Erregers hat zwangsläufig eine Weiterentwicklung (langsam oder sprunghaft) und eine wachsende Resistenz gegen die bisher entdeckten/bekannten Kampfmittel zur Folge.  Und es kommen neue „Seuchen“ nach. Von einer Ausrottung kann vielleicht (und vorübergehend) im Zusammenhang mit einer einzelnen oder auch mehrerer Seuchen gesprochen werden, niemals aber pauschal alle Infektionskrankheiten betreffend.

Mensch, Tier und Erreger durchlaufen eine gemeinsame Entwicklungsgeschichte. Zeitlich zusammentreffende Ereignisse müssen aber nicht zwangsläufig in einem bestimmten kausalen Zusammenhang stehen. Kausalitäten gibt es zwar, aber die sehen oft ganz anders aus als dargestellt wird. So kann einer Erkrankung durch eine andere zurückgedrängt worden sein oder durch Verbesserung der Lebensbedingungen (Hygiene, Ernährung) und nicht durch neue Behandlungsstrategien.  Statistiken belegen, was man belegen möchte, und spiegeln keine Kausalität. Eine oft tödlich verlaufende Erkrankung verhindert die Verbreitung einer anderen – einfach weil die potentiellen Opfer schon tot sind, bevor die andere Krankheit sichtbar und nachweisbar ist.  Entwickelt sich ein Erreger als Reaktion auf ein Antibiotikum weiter und wird resistent (er möchte ja langfristig überleben), stellt sich tatsächlich die Frage, was man gewonnen hat. Zwangsläufig ergibt sich die Notwendigkeit der Suche nach neuen Antibiotika. Entwickeln sich Viren weiter und entziehen sich den Immunitätsbestrebungen der betroffenen Tierspezies, so wird eine alte (noch besiegbare) Virose durch ein neue und mangels passendem Impfserum noch nicht besiegbare Infektion ersetzt. Es ist eine Entwicklung, die immer weiter geht. Einen Endpunkt gibt es nicht. Man kann es auch anders ausdrücken: ohne Antibiotika und Impfungen gäbe es viele Infektionskrankheiten gar nicht.

Wie sehr mangelhafte Ernährung, mangelnde Hygiene und  Bevölkerungsdichte mit Seuchenausbrüchen verknüpft sind, erkennt man am Rückgang in Industrieländern und an Ausbrüchen in Entwicklungsländern. Das leitet dann auch direkt über zur Ausbreitung von Erregern durch Völkerwanderungen/Reisetätigkeit. Ungeschützte Populationen, die mit einem Erreger nie konfrontiert wurden, reagieren heftiger und mit mehr Todesfällen.

Aus dem Kapitel der Katzenkrankheiten:

Erste Erwähnung findet die Krätze bei der Katze im 1. Jh. nach Chr.  Bis Mitte des 19.Jh  glaubte man an eine „Selbstentwicklung“ durch falsche Ernährung, verdorbene Luft, zu wenig Bewegung und mangelnde Hygiene. Maßnahmen: grüne Seife, Kreosotlösung, Kreolin, pulversierter Schwefel.

1903 fand die erste Abgrenzung gegen Exanthem, Psyriasis, Psoriasis, Ekzem und Herpes statt. Maßnahmen zu dieser Zeit: Perubalsam, Benzin, Schwefelsalbe.

Bis zum Beginn des 20. Jh. war die Krätze die meisterwähnte Katzenkrankheit. Ab 1930 wurden endgültig nicht mehr alle Hauterkrankungen als Krätze bezeichnet. Mitte des 19. Jh. gelang der erste Milbennachweis. Alles parallel zum Geschehen beim Menschen.

Heute unterscheidet man verschiedene Grabmilben, Ohrmilbe, Haarbalgmilbe, Raubmilbe.

Ab Mitte des 19. Jh. wurden  auch die Ektoparasiten Floh, Laus, Haarling, Zecke erkannt und mit Pyrethrum, Quecksilber, Terpentinöl und Hexachlorcyclohexanpräparaten bekämpft. Zur gleichen Zeit wurde in einem Hautpilz die Ursache für Erbgrind/Flavus gefunden. Maßnahmen: Zinksulfat, Kreosot, Jodtinktur, Schwefel-Salicyl-Salbe.

Erst Ende des 19.Jh. wurde die tödliche Wirkung gewisser Präparate bei der Katze bekannt: Kreosot, Kreolin, Teer, Karbol, Perubalsam. Weiter verwendet wurde Schwefel, Sagrotan, Schwefeldioxidbegasung gegen die Krätze. Gegen Ektoparasiten gibt es heute eine Vielzahl von Spot-on-Präparaten, Sprays, Shampoos und Pulver.

Zur Unterdrückung der Hautprobleme wurde wie beim Menschen also lange Zeit Schwefel eingesetzt und auch Quecksilber fand Verwendung. Erinnert Ihr Euch, dass Hahnemann Hg zur Heilung der Syphilis eingesetzt hat, weil das Merkurialfieber solch große Ähnlichkeit mit der Syphilis hat? Hier wird also bei der Katze eine Arneikrankheit mit syphilitischem Charakter begründet. Man kann es auch so sehen: die Psora erfährt hier eine syphilitische Prägung, die sicherlich niemals mit sulf erfolgreich zu therapieren sein wird. Es entsteht eine Arzneikrankheit, die außerdem noch im Erbgang weitergegeben wird an die nächsten Generationen.

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