Q-Potenzen aus der Q1 herstellen

Wie Sie aus der  Q1 (oder einer beliebigen anderen Q- Potenz) die höheren Potenzstufen selbst herstellen können

Die Q-Potenzreihe hat gegenüber den Potenzreihen D und C neben anderen Pluspunkten einen großen Vorteil: Mit ein wenig Geschick kann man sich nach Bedarf aus jeder Q-Potenz die nächsthöhere Potenz selbst herstellen. Das spart Geld, Wartezeit bei Bestellungen und unnütze Vorratshaltung von Mitteln/Potenzen, die man dann doch nicht braucht.

Da man nach Hahnemann in der Behandlung mit der Q1 beginnt und dann die Potenzleiter hochsteigt, macht es Sinn, sich die Q1 anzuschaffen und dann aus dieser Q1 die Q2 und folgende Potenzen nach Bedarf selbst herzustellen.

Was man dazu benötigt

Natürlich bedarf es zunächst einer qualitativ hochwertigen Ausgangspotenz. Sie ist die Grundlage der weiteren Potenzierung und bestimmt ganz entscheidend mit über deren Qualität. Und diese Potenz muss in Form von Globuli vorliegen!

Bitte darauf achten, dass es tatsächlich eine Q-Potenz und keine LM ist und die Herstellung nach dem 6. Organon vorgenommen wurde! Q ist nicht gleich LM.

Wenn man exakt nach Hahnemann und seinen Anweisungen im 6. Organon vorgehen will, benötigt man außer der Ausgangspotenz des homöopathischen Mittels unarzneiliche Globuli der Größe 0  (1600 Globuli = 1g – das sind die ganz kleinen Globuli, mohnsamengroß) und 86%igen Alkohol. Eine andere Globuligröße führt zu einem anderen (geringeren) Verdünnungsverhältnis als 1:50.000 und niedriger konzentrierter Alkohol würde die Globuli im weiteren Verfahren bei der Imprägnierung lösen und verkleben statt sie zu benetzen.

Außerdem benötigt man ein kleines Tropffläschchen für die Lösung des Mittels, ein Glasröhrchen für die fertigen Globuli,  Filterpapier zum Mischen von Globuli und Lösung und zum Trocknen der benetzten Globuli. Alles muss neu sein und darf noch nicht mit einem homöopathischen Mittel o.a. in Berührung gekommen sein. Weder die Lösung noch die Globuli dürfen mit Metall oder Fingern in Berührung kommen. Das ist beim Mischen und Umfüllen ein bißchen knifflig, ist aber mit kleinen self-made Papiertrichtern zu bewerkstelligen. Weder Kaffee noch offene homöopathische Mittel sollten herumstehen und wer da potenziert sollte weder an einer Depression noch einer Grippe leiden, sollte gesund sein. Auch Einwirkung von Strahlung gilt es zu meiden.

Das Vorgehen

Auflösung und erste Verdünnung

Um ausgehend von  einer Q1 eine Q2 Verdünnung herzustellen, löst man zunächst einen Q1-Globulus in 1 Tropfen Wasser in einem neuen (!) Tropffläschchen auf. Die entstandene Lösung wird mit 100 Tropfen Alkohol (= 5ml) vermischt, wodurch man eine Verdünnung von 1:100 erreicht.
(1Tr. = 0,05g = 50 μl –> 1ml = 20 Tr.)

Potenzierung

Anschließend wird 100 mal verschüttelt. Dazu wird das gut verschlossene Fläschchen 100 mal  auf eine gepolsterte, feste Unterlage aufgeschlagen. Gerne wird hier das gute alte Telefonbuch als Potenzierungshilfe genannt.

Auswahl der Globuli – warum es die Größe 0 sein sollte

Das hat mit dem Verdünnungsverhältnis zutun. Durch das Aufbringen auf die Globuli wird das homöopathische Mittel mit Zucker verdünnt. Wieviel Lösung ein Globuli aufnehmen (absorbieren)  kann, hängt von seiner Oberfläche und dem Gewicht ab und NICHT davon, wieviel Lösung man aufbringt.
Ein mohnsamengroßes Kügelchen wiegt 0,0006 Gramm, 1600 der Globuli der Größe 0 wiegen 1g. 500 dieser Globuli nehmen 1 Tropfen der Lösung des homöopathischen Mittels auf, unabhängig davon, wieviel Lösung man darüber gibt.

1Tr. der im Verhältnis 1:100 verdünnten Lösung wird auf 500 Globuli verteilt, wodurch eine Gesamtverdünnung von 1:50.000 erreicht wird.

Nimmt man Globuli der Größe 1 oder noch größer, stimmt das Verdünnungsverhältnis nicht. Deshalb ist es so wichtig die Größe 0 zu nehmen, wenn man das Verdünnungsverhältnis 1:50.000 anstrebt. Natürlich kann man sich auch mit einer geringeren Verdünnung bei Verwendung größerer Globuli zufrieden geben (bei Größe 1 ca. 1:22.000), nur verabreicht man dann eben keine Q-Potenz.

Darfs es auch eine LM sein?

Wer die Herstellungsvorschriften Hahnemanns, das HAB sowie die Herstellungsangaben der Hersteller aufmerksam liest, stellt verwundert fest, dass im HAB für die Herstellung der LM-Potenzen Globuli der Größe 1 gefordert werden, wodurch sich eine deutlich geringere Verdünnung ergibt.  Und das, obwohl ja die LM-Potenzen weithin als 1:50.000 verdünnt gelten. Nur bei Herstellung der Q-Potenzen nach der 6. Ausgabe des Organon – also mit Globuligröße 0 – ist die Verdünnung tatsächlich  1:50.000!

Zu diesem Verdünnungsproblem bzw. dem Unterschied von Q- und LM-Potenzen und wie es zu den unterschiedlichen Herstellungsvorschriften gekommen ist, hier der Link zu einer Herstellerseite:

https://www.remedia-homoeopathie.de/faq-q-potenzen-und-lm-potenzen/s4726

Oder hier zu einem Artikel von Carl Classen zu dem Thema:

https://www.arscurandi.de/fundgrube/zur-herstellung-homoeopathischer-q-potenzen/

Jedenfalls sind die Unterschiede zwischen Q und LM der Grund dafür, dass die LM-Potenzen als weniger tief wirkend eingeschätzt werden als die Q-Potenzen.

Das Aufbringen der Lösung auf die Globuli

Die gute Nachricht: vermischen Sie Globuli der Größe 0 mit der wie oben zubereiteten Lösung, erhalten Sie  immer Globuli der Verdünnungsreihe 1:50.000. Sie müssen weder mohnsamengroße Globuli abwiegen oder abzählen noch Tropfen zählen. Das paßt aber so hervorragend nur bei Globuligröße 0 – siehe oben. Unabhängig davon, ob Sie 20 oder 40 oder 60 Globuli mit einigen Tropfen der Lösung vermischen, erhalten Sie jeweils Globuli der neuen Q-Potenzstufe im korrekten 1:50.000-Verdünnungsverhältnis!

Nimmt man zu wenig Lösung, werden vielleicht nicht alle Globuli benetzt, daher sollte man das tunlichst vermeiden. Andererseits sollen die Globuli nicht zu sehr baden gehen und Überschüsse sollten jedenfalls gut abfließen können. Das kann man gut mit einem entsprechend gefalteten Filterpapiertütchen realisieren, in dem man die Globuli betropft und durchmischt – aber bitte ohne sie mit den Fingern zu berühren!

Das Fläschchen mit der Lösung wird entsorgt, es sollte nicht mehr für andere Potenzen oder auch andere Mittel verwendet werden. Gleiches gilt auch für Gefässe, in denen vermischt wurde.

Das Trocknen und Abfüllen der Globuli

Nach Durchmischen gibt man die Globuli auf ein frisches Filterpapier und läßt sie trocken. Der hochprozentige Alkohol verdunstet schnell, der Wasseranteil braucht ein wenig länger. Anschließend wird in ein Glasröhrchen abgefüllt, gut verschlossen und beschriftet.

https://www.remedia-homoeopathie.de/herstellung-homoeopathische-q-potenzen/s186

https://www.remedia-homoeopathie.de/herstellung-homoeopathische-lm-potenzen/s4728

Man kann jede beliebige Potenz der Q- oder LM-Reihe nach dem beschriebenen Verfahren weiter potenzieren zur nächsten Potenzstufe. Bei den LM-Potenzen nimmt man die Globuli Größe 1, geht ansonsten aber genauso vor.