Repertorisieren am PC online opensource

Alternativen zur Repertorisationssoftware

Immer wieder taucht die Frage auf, ob es eine vernünftige kostenlose Alternative zur teuren Repertorisationssoftware gibt. Das Repertorisieren mit Buch, Papier und Stift kostet Zeit und die Aussicht auf sekundenschnelle Ausführung ist verführerisch. Was man allerdings über diese Träume nicht vergessen darf: zur Repertorisation gehört zunächst die Fallanalyse, die Bestimmung relevanter Symptome. Und das nimmt einem kein Programm ab. Unschlagbar schnell kann man allerdings Repertorisationsvarianten unter Austausch von Symptomen realisieren.

Schauen wir uns an, was im Netz im Angebot ist. Ich habe nach ausführlicher Suche 2 kostenlose Varianten für das Online-Repertorisieren und eine wirklich brauchbare opensource-Software gefunden.

Online-Repertorisation

Hier gibt es 2 grundsätzlich unterschiedliche Möglichkeiten:

1. mit dem Kartenrepertorium von Boger auf der Basis des General Analysis in englischer Sprache

2. auf der Basis des Kent’schen Repertoriums in deutscher Sprache in verschiedenen Abwandlungen was die Funktionen angeht.

Freie Repertorisationssoftware

inkl. Kent mit vielfältigen nützlichen Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten zur Installation auf dem heimischen oder Praxis-PC.

Hier die Alternativen im Einzelnen

Das Kartenrepertorium von Boger zum Online-Repertorisieren

Für Anhänger der Boger-Methode und des Kartenrepertoriums von Boger gibt es das Kartenrepertorium auf Englisch zum Online-Repertorisieren. Speichern der Repertorisationen oder mehrere Repertorisationen parallel sind nicht möglich.

http://www.homeopathy.inbaltimore.org/boger.pl

repertorisieren-pc-online-boger

Wer eine Anleitung für die Arbeit mit dem Kartenrepertorium und mehr Hintergrundinformationen zu Boger’s Repertorisationsmethode sucht, wird auf liethpub.de pfündig:

http://www.liethpub.de/Dokumente/pdf/DhawaleEinfuehrungGeneralAnalysis.pdf

Die Baltimore-Seite bietet außerdem eine Zusammenstellung von Mitteln und ihrer Schlüsselsymptome – leider nur in Englisch. Man kann sich sogar abfragen lassen, welches Mittel zu welchen Schlüsselsymptomen gehört.

Keynotes lernen

Der Kent zum Online-Repertorisieren

Openhomoeopath ist ein deutsches Onlinerepertorium, das auf dem Kent basiert. Es wurde vom Bildungswerk für therapeutische Berufe (BTB) und der Bergischen Akademie für Erwachsenenbildung ins Leben gerufen. Auf der Grundlage dieses Programms ist eine um Rubriken von Boger, Bönninghausen, Murphy, BZ-Homöopathie erweiterte Version entstanden, die auf openhomeo.org online gestellt ist. Für Gruppen werden Workshops zur Arbeit mit dem Repertorium angeboten.

Mit Anmeldung ist auf openhomeo.org das Speichern der Repertorisationen möglich und das Einspeisen von Rubriken aus Büchern. Habe ich nicht ausprobiert, hört sich aber auf jeden Fall gut an. Die Repertoriumsquellen sind bei den Rubriken ausgewiesen. Quellen, die man nicht schätzt, muss man nicht aufgreifen.

http://www.openhomeo.org/openhomeopath/

http://www.openhomeo.org

Und noch ein deutsches Online-Repertorium auf der Basis des Kent: das repertorium-online.  Im Vergleich mit der Lösung von openhomeo.org bietet es allerdings deutlich weniger Funktionen. Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, worauf er Wert legt. Hier wird anscheinend nur mit dem Kent repertorisiert.

http://www.repertorium-online.de/

rep51

Opensource Software mit Kent

Neben der oben besprochenen Onlinerepertorisation gibt es vom Bergischen Bildungswerk  das zugrundeliegende Repertorisationsprogramm als ausbaufähige Opensource-Version OpenRep (inklusive deutschem Kent) zum Dowloaden. Einen Support gibt es leider nicht mehr. Läuft nur in Java-Umgebung und lässt sich theoretisch modifizieren durch Hinzufügen von Rubriken anderer Repertorien.

Ich habe die Funktionen ausprobiert, man kann Fälle speichern, bis zu 5 Repertorisationen gleichzeitig vornehmen, Symptome im Repertorium oder bei der  Repertorisation zusammenfügen, negative und positive Filter einsetzen. Man kann die Symptomennamen ändern oder Rubriken ganz streichen und neue Rubriken einfügen. Theoretisch kann man sich sein Repertorium ganz individuell zusammenstellen. Eine große Aufgabe für denjenigen, den so etwas reizt! Voraussetzung bei diesen „Eingriffen“: man weiß, was man da tut….beeinflußt ja am Ende die Repertorisation nicht unerheblich.

Zusätzlich kann man sich die Symptome von 624 Mittel anzeigen lassen mit Wertigkeiten bzw. die Symptome nach Wertigkeit filtern. Wahlweise kann man auch die einzelnen Rubriken mit allen Mittel oder gefiltert nach Wertigkeiten anschauen. Eine Patientenverwaltung gibt es ebenfalls und die Repertorisationen lassen sich auch außerhalb im xml-Format ablegen. Den Download gibt es hier:

http://bergische-akademie.github.com/OpenRep-Deutsch/

Und so sieht die sehr anwenderfreundliche Benutzeroberfläche aus:

rep61

Die ausführliche Bedienungsanleitung als pdf gibt es hier:

http://cloud.github.com/downloads/Bergische-Akademie/OpenRep-Deutsch/OpenRep-Anleitung.pdf


Mein Fazit:
Für die Online-Repertorisation würde ich die Variante von openhomeo.org vorziehen, da der Kent um Boger und Bönninghausen erweitert wurde. Das mögliche  Abspeichern der Repertorisationen ist ein weiteres Plus.

Wer vor der (einfachen) Installation nicht zurückschreckt, hat gerade als Anfänger oder nicht-professioneller Anwender mit dem  Openrep eine  Alternative zu der teilweise sehr teuren Repertorisationssoftware, die im Angebot ist. Durch die Installation auf dem eigenen PC muss man nicht online sein und man hat seine Fälle „bei sich“. Der fehlende Support ist  zwar  ein Manko, aber das läßt sich bei freeware verschmerzen. Um seine gespeicherten Repertorisationen für den Fall der Fälle zu erhalten, sollte man sie exportieren.

Über die Zuverlässigkeit der Repertoriumseinträge kann ich keine Aussage machen. Ich gehe wohlwollend davon aus, dass keine Fehler eingebaut wurden und dass die Repertorisationsergebnisse zuverlässig sind.

Kursempfehlung für mehr Infos zum Thema