Soja – Viehfutter und Designerfood

Die Sojabohne wird vielseitig eingesetzt…..

als Mastfutter, als Öllieferant, als Eiweißquelle für Sportler, als vegane Fleischalternative für Mensch und Hund, als Isoflavonquelle für Kosmetika.

In der Ernährung hat sich die Bohne bei uns über die Jahrzehnte vom Arme-Leute-Essen zum Designerfood gemausert. Ihr Nährwert hat sich nicht verändert, was man von ihrer genetischen Grundausstattung nicht sagen kann, wird sie doch gerne gentechnisch manipuliert.

Im homöopathischen Einsatz ist Soja ebenfalls – wir einige ihrer botanischen Verwandten auch. Das Thema interessanterweise:  Armut, Leid, Entbehrung.

Die Verwandtschaft der Sojabohne

Die Sojabohne Glycine max zählt zu den Hülsenfrüchtlern = Fabiaceae. Wie alle Früchte/Samen der Hülsenfrüchtler ist die Sojabohne ein Gemüse. Die Familie der Hülsenfrüchtler wiederum gehört zur Ordnung der Fabales, der Schmetterlingsblütenartigen.
Die Fabiaceae sind eine sehr artenreiche Pfanzenfamilie, es sind um die 20.000 Sorten bekannt.  Die bekannten Bohnen- und Erbsensorten sind nur ein kleiner Teil davon.

Die bunte Vielfalt der Hülsenfrüchte

Als Körnerleguminosen bezeichnet man die Hülsenfrüchtler, die als Eiweißpflanzen landwirtschaftlich genutzt werden und eine Rolle in der Ernährung spielen.  Durch die Vielfalt der Arten und Sorten ist ein Anbau weltweit unter unterschiedlichsten Klimabedingungen möglich. Zu den Körnerleguminosen gehören Lupinen-Arten, Phaseolus-Arten und Vigna-Arten.

Hülsenfrüchte als Nahrungsmittel, Viehfutter und Düngemittel

Die Fabiacea sind in der Lage, in Symbiose mit den Knöllchenbakterien im Boden Stickstoff aus der Luft zu binden und in Protein umzuwandeln. Die Samen sind dadurch eiweißreich und vor allem auch reich an den für Säuger essentiellen Aminosäuren.  Das Eiweiß ist eine Mischung aus Albuminen und Globulinen, was seine günstige Aminosäurenzusammensetzung erklärt (Klebereiweiß/Glutelin weist ein ungünstigeres Aminosäurenmuster auf).

Die Sojabohne hat von allen Hülsenfrüchten den höchsten Eiweißgehalt.  Außerdem ist sie fettreich. Sie ist daher ein besonders begehrtes Futtermittel. Weltweit werden 270–290 Mio t. produziert, vor allem in USA, Brasilien und Argentinien. Die EU leistet nur einen verschwindend geringen Beitrag. Das Gros der Produktion geht in die kostenaufwendige und klimaschädliche Viehfütterung.

Auch zur Gründüngung bzw. Anreicherung des Bodens mit Stickstoff werden Hülsenfrüchtler eingesetzt und zwar bei uns in erster Linie Ackerbohne, Lupine, Raps.

GVO-Soja

Gentechnisch verändertes Soja ist  in der Viehfütterung üblich. Bei Lebensmitteln ist auf die Deklaration zu achten.

Mittlerweile sind fast 80% der weltweiten Sojaproduktion gentechnisch verändert. Was mir erst bei den Recherchen für diesen Beitrag klar geworden ist: die EU läuft wohl in einen Mangel an nicht gentechnisch verändertem Soja hinein, wenn sie weiter von Importen abhängig bleibt. Nicht gentechnisch manipuliertes Soja könnte unbezahlbar werden.

Hier gibt ein Link zu ganz vielen Informationen rund um die weltweite Sojaproduktion

Soja und Soja-Produkte  als Eiweißlieferanten in der Ernährung

Gelbe Sojabohnen

Die Sojabohne bzw. das Sojaprotein war und ist immer noch die erste Wahl, wenn – aus welchen Gründen auch immer – für die menschliche Ernährung keine tierischen Produkte zur Verfügung stehen. Sojaprodukte sind ein kostengünstiger Ersatz für Fleisch und Milchprodukte und bieten sich überall dort an, wo Nahrung knapp und  tierische Produkte nicht verfügbar sind.  Sojaprodukte helfen,  die sonst zwangsläufig auftretende Eiweißmangelernährung und Unterernährung zu verhindern.

Bei uns hat die Sojabohne ihren Platz in der vegetarischen und veganen Ernährung und ist zudem eine Alternative, wenn man  glaubt, Gluten (Klebereiweiß) und Laktose (Milchzucker) meiden zu müssen.

Sojaschrot, Sojagrieß und Sojamehl

Schrot, Grieß und Mehl unterscheiden sich nur durch den Grad der Zerkleinerung.

Bei der Produktion von Sojaöl aus der Sojabohne fällt das entfettete Sojaschrot (Sojaextraktionsschrot, weil durch die Extraktion von Fett entstanden)  als Nebenprodukt ab.

Sojamehl und Sojagrieß dienen als Ersatz für Getreidemehle und Getreidegrieß und sind wegen ihres hohen Eiweiß- und niedrigen Kohlenhydratgehalts auch Bestandteil von Low-Carb-Diäten. Entfettetes  Sojamehl ist auch das Ausgangsmaterial für die Produktion vom sogenannten Sojafleisch.

Als Futterbestandteil in Hühner-, Schweine- und Rinderfutter sowie Hundefutter wird Sojaextraktionsschrot/Sojamehl eingesetzt.

Texturiertes Soja (Sojafleisch, TVP = textured vegetable protein)

Soja texturiert
Soja texturiert
Zur Herstellung von Sojafleisch wird Sojamehl und unter hohem Druck und manchmal auch Wärmezugabe in einem Extruder strukturiert.  TVP ist ein Lebensmittel, das tatsächlich aussieht wie Hundefutter. TVP ist ein bißchen fasrig und relativ geschmacksneutral. Es gibt es in größeren Stücken, als Brocken und Granulat.

Das Herstellungsverfahren entspricht übrigens dem der Trockenfutterherstellung.

Sojamilch, Tofu/Quark

Sojamilch

Sojamilch ist ein flüssiger Extrakt aus ganzen Sojabohnen. Trockene Sojabohnen werden in Wasser (Verhältnis 10:1) eingeweicht und  ausgedrückt. Gekocht wird vor oder nach dem Auspressen. Der Pressrückstand (Pülpe) findet als ballaststoffreiches Viehfutter Verwendung.

Durch Fermentierung entsteht Soja-Yoghurt und Soja-Quark. Für Tofu wird der Soja-Quark entwässert und anschließend zu Blöcken gepresst.

Antinutritive Bestandteile der Sojabohne

Ja, es gibt sie. Die Sojabohne enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die Probleme bereiten können. Sie spielen aber im Rahmen einer ausgewogenen Mischkost und bei üblichen Zubereitungsverfahren keine Rolle.  Vielfalt verhindert Versorgungslücken, die bei einseitigem Sojaverzehr entstehen und verhindert den Verzehr grösserer Mengen, die eventuell weniger zuträglich wären.
Die Sojabohne ist eben pflanzlich und in jedem pflanzlichen Nahrungsmittel kommen Unmengen sekundärer Inhaltsstoffe vor, über die man sich bei üblicher Zubereitung und ausgewogener Ernährung keine Gedanken machen muss.

Zum Teil werden die sekundären Pflanzeninhaltstoffe  der Sojabohne bei der üblichen Zu- und Aufbereitung inaktiviert (Trypsininhibitoren, Lectine), manche bleiben erhalten (z.B. Phytinsäure). Manche werden sogar isoliert (Phytoöstrogene/Isoflavone) um sie  gezielt therapeutisch einzusetzen.

Soja als Fleischersatz für den Hund

Füttert man seinem Hund Soja als Eiweißquelle, sieht das alles ein wenig anders aus. Hier ist eine ausgleichende Vielfalt an bekömmlichen Nährstoffquellen schwer zu realisieren. Die Calciumversorgung ist nicht ausreichend, im direkten Vergleich mit Fleisch schneidet Soja schlecht ab, Calcium muss aus anderer Quelle ergänzt werden.  Die Aminosäure Methionin limitiert die Eiweißverwertung, eine Ergänzung macht SInn, um die erforderliche Gesamtmenge nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

Die Oligosaccharide der Sojabohne entfalten weder toxische Wirkung noch beeinträchtigen sie die Verdauung an sich. Sie zählen aber trotzdem zu den antinutritiven Faktoren. Dadurch, dass sie unverdaulich sind, können sie zu erheblichen (Dickdarm-)Beschwerden wie Meteorismus und Flatulenz führen. Die tolerierte Menge ist individuell unterschiedlich. Da geht es dem Hund nicht anders als dem Menschen, nur kann der Mensch besser auf andere Nahrungsmittel ausweichen. Einen gleichwertigen pflanzlichen Nicht-Hülsenfrucht-Ersatz für Sojaprotein gibt es nicht. Ob bei wilden Mischungen mit Hefe, Erbsenmehl u.a. ein ähnliches Aminosäurenprofil zustande kommt sei dahingestellt. In jedem Fall wird die benötigte Gesamtmenge dadurch größer und damit das Ganze wieder unbekömmlicher.

Die Fabiaceae in der Homöopathie

Es gibt einige bekannte Mittel aus der Pflanzenfamilie der Fabiaceae und viele bislang noch kleine Mittel: Meli (Melilothus), Bapt (Indigo), Chrysar (Haselwurz), Cop (Copaiba), Pals-p, Phys (Kalabarbohne), Caesal (Caesalpinia), Lath (Platterbse), Pallar (Limabohne), diverse Phaseolus-Arten: Phaseolus nanus, Phaseolus lunaris, Phaseolus vulgaris und last not least auch Glycine max, die homöopathisch aufbereitete Blüte der Sojapflanze.

Angesichts des Reichtums an sekundären Pflanzenstoffen mit starkem Potential, Wohlbefinden und Gesundheit zu beeinträchtigen, wundert es nicht, dass Erbsen, Bohnen und Co. auch in der Homöopathie Bedeutung haben.

Thema der Legumominosen ist die Armut, es ergibt sich ein Bild von Elend und Leiden, Verhängnis und Bedrängnis. Hauptsymptom ist oft eine körperliche und geistige Müdigkeit, die bis zur Lähmung  (MS und Kinderlähmung) geht. Auch das Gegenteil zeigt sich:  Epilepsie.  Trennung/Spaltung/Zweigeteilt sein spielt eine große Rolle in der Pflanzenfamilie.

Auf der Seite des Narayana-Verlags gibt es eine wunderbare Zusammenstellung aus verschiedenen Literaturquellen zum Thema Legumuminosen: Einführung in die Familie der Fabiacea.

Kursempfehlung für mehr Infos zum Thema