Sonnenbrand bei Tieren

Sonnenbrand bei Tieren – Fell schützt nicht immer

Besonders sonnenbrandgefährdet sind Tiere bzw. Körperstellen mit heller (unpigmentierter) Haut. Wobei helles Fell nicht automatisch auch helle Haut bedeutet. So haben Schimmel normalerweise eine dunkle Haut und sind nicht generell sonnenbrandgefährdet. Weiße Katzen haben in aller Regel eine helle Haut und sind gefährded.

Normalerweise ist die Haut durch die Behaarung gut vor Sonnenbrand geschützt. Es gibt allerdings Körperstellen, die nur dünn bzw. gar nicht behaart sind und Rassen, die generell nur kurz behaart sind. Die Kombination von heller Haut und kurzem, fehlendem oder dünnen Fell ist besonders gefährlich bzw. hält nur wenig Sonne ohne Schaden aus. Bei Hund und Katze sind die besonders gefährdeten Körperstellen die Ohren (insbes. die Ohrränder) und die Nasenrücken, bei Pferde die Nüstern. Alle weißen Abzeichen (bei Pferden auch weiße Fesseln) weisen eine helle Haut auf und sind bei kurzer Behaarung sonnenbrandgefährded.

Photosensibilität durch Medikamente und Futter

Die Lichtempfindlichkeit der Haut ist individuell unterschiedlich in Abhängigkeit von der Pigmentierung der Haut. Eine quantitative Strahlenüberdosierung im Verhältnis zu den natürlichen Schutzmechanismen führt zum Sonnenbrand.
Bei der Photosensibilität = Photosensivität = erhöhter Lichtempfindlichkeit führt eine normalerweise tolerierte geringe Strahlendosis zu sonnenbrandähnlicher Dermatitis. Eine solche Photosensibilität kann durch Medikamente, Erkrankungen und Ernährung ausgelöst werden. Sie kann Folge von Medikation mit Diuretika, Entzündungshemmern, Antibiotika, Cortison u.a. Hormonen, Antiepileptika, Herz-Kreislaufmedikamenten sein. Es gibt auch Pflanzen bzw. pflanzliche Präparate, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen: das Hypericin im Johanniskraut hat eben diese Wirkung. Viele Futterpflanzen beeinflussen die Lichtempfindlichkeit: Buchweizen, Luzerne, best. Kleearten, Wicken, Lupinen, Raps. Auch durch Hautkontakt mit bestimmten Pflanzen und Substanzen (z.B. Bärenklau, Teer) wird eine Photodermatitis ausgelöst sowie durch bestimmte Stoffwechselerkrankungen.
Im Einzelfall reicht dann ein kurze UV-Exposition (muss gar keine Sonne sein) aus, um eine Symptomatik ähnlich einem Sonnenbrand auszulösen. Bei der Photodermatitis sind die Symptome allerdings in der Regel stärker ausgeprägt als bei einem Sonnenbrand.

Sonnenbrand = Verbrennung

Anzeichen eines Sonnenbrandes sind Rötung und Blasenbildung. Sonnenbrand ist eine Verbrennung der Haut, bei Blasenbildung handelt es sich um eine Verbrennung 2. Grades. Das geht für Mensch und Tier mit Juckreiz und Schmerzen einher. Durch Reiben und Aufkratzen kommt es leicht zu sekundären Entzündungen mit Verkrustungen. Bei Katzen kann es in Folge zu Karzinomen an Ohrrändern und Nase kommen.

Die Anzeichen der Photodermatitis sind dem Sonnenbrand sehr ähnlich, unterscheiden sich aber noch je nach Auslöser. Erythem, Blasenbildung, langanhaltende Hyperpigmentierung und Malignome treten auf.

Vorbeugung und Behandlung

Bei Verwendung von Lichtschutzcremes zur Vorbeugung ist auf einen ausreichend hohen Schutzfaktor zu achten und darauf, dass diese keine Zusätze enthalten, die ihrerseits die Lichtempfindlichkeit erhöhen wie z.B. Parfümöle.

Zur Behandlung des Sonnenbrandes werden Zinklebertransalbe, Aloe-Vera und grüne Mineralerde empfohlen. Fettsalben, die die Wärmeabgabe der Haut behindern, sind zu meiden. Bei Photodermatitis und schlimmem Sonnenbrand kommen schulmedizinisch auch Antihistaminika und Cortison zum Einsatz. Homöopathisch ist an alle Mittel zu denken, die Verbrennungsfolgen abdecken, in erster Linie an Cantharis.

Passende Mittel sind nach individueller Symptomatik in den Rubriken Allgemeines – Sonne – Sonnenbrand und Allgemeines – Verbrennungen zu suchen.

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